Ausverkaufte Rauhnacht-Veranstaltung im Holleum

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rauhnaechte karl heinz

Karl-Heinz Giesen aus Germerode referierte am 29.12.2017 erstmals im Holleum über die besondere Zeit der Rauhnächte.

Er selbst bevorzugt die Schreibweise mit einem „H“, weil, so Giesen, dies „alt hergebracht“ sei. Vor vollem Haus berichtete er von den Überlieferungen über diese besonderen Nächte.
So lernten die interessierten Zuhörer beispielsweise, dass es früher für den Zeitraum der Rauhnächte eine Reihe von Verhaltensmaßnahmen gab, so sollte unter anderem nicht gewaschen werden. Dieses Verbot resultierte daraus, dass die Wäsche damals draußen getrocknet wurde und man vermeiden wollte, dass sich Teilnehmer des Wilden Heeres in den großen Wäschestücken verfangen. Auch sollte sich nichts drehen, besonders keine Spinnräder, was auf keltische Überlieferungen zurückgeht.
Besonders beliebt war laut Giesen in der Zeit der Rauhnächte vor allem das Orakeln: so versuchten unverheiratete Mädchen dadurch zu erfahren, ob im nächsten Jahr ein Bräutigam in Sicht war und woher er kam.
Untrennbar mit der Zeit der Rauhnächte ist natürlich Frau Holle verbunden. Mit der „Wilden Jagd“ zieht sie als germanische Göttin Frigg als Partnerin oder Gegenspielerin von Wotan übers Land. Die Haustüren sollten in dieser Zeit nur angelehnt sein, ebenso die Tür zur Speisekammer, da Frau Holle vorbeikommen und das Glück fürs nächste Jahr ins Haus bringen könnte. Auch von den armen Seelchen, die mit Frau Holle in dieser Zeit unterwegs waren, erzählte Karl-Heinz Giesen den Anwesenden.
Ein wunderbarer, gleichsam unterhaltsam wie lehrreicher Abend wurde von dem begeisterten Publikum mit anhaltendem Applaus belohnt.