Die heutigen Grenzen des Stadtgebietes entstanden im Zuge der Gebietsreform der frühen 1970er Jahre, während der die umliegenden Gemeinden der Stadt Hessisch Lichtenau angegliedert wurden, so dass Hessisch Lichtenau heute aus insgesamt 14 Stadtteilen besteht. Neben der Kernstadt selbst sind dies die 12 Orte Friedrichsbrück, Fürstenhagen, Hausen, Hollstein, Hopfelde, Küchen, Quentel, Reichenbach, Retterode, Velmeden, Walburg und Wickersrode, sowie das Industriegebiet Hirschhagen.

Friedrichsbrück

Friedrichsbrück

Der 3 km nordostwärts gelegene Stadtteil mit seinen 238 Einwohnern ist geschichtlich gesehen der jüngste, er konnte im Jahr 1977 seinen 200. Geburtstag feiern. Mit der Gründungsurkunde vom 16. Mai 1777 genehmigte Landgraf Friedrich II. die Anlage einer "Neuen Kolonie" unter dem Namen Friedrichsbrück. Die Stadt Lichtenau stellte 242 Acker Land aus ihrer Gemarkung zur Verfügung. Die Siedlerstellen waren zunächst auf zehn die von Walburg über den "kalten Heister" nach Helsa führte, östlich des Dorfbaches, je fünf auf jeder Straßenseite. Der Anfang war schwer. Um so stolzer sind die Bewohner auf ihre Leistungen. Heute präsentiert sich dieser stille, abseits vom lärmenden Verkehr liegende Stadtteil mit seinem idyllischen Dorfteich durch sein gepflegtes Ortsbild als ein ruhiger Wohnplatz. Die neue Siedlung am Wald ist bestes Beispiel dafür. Friedrichsbrück hat seit 1955 eine eigene Kirche und wird seelsorgerisch von der Pfarrei Hessisch Lichtenau betreut. Seit 1966 besteht das Dorfgemeinschaftshaus mit Schlachthaus, Kühleinrichtungen und Bücherei, das 1981 durch den Anbau eines Feuerwehrgerätehauses erweitert wurde.

 

 

Fürstenhagen

Fürstenhagen

hat sich neben der Kernstadt zur einwohnerstärksten Gemeinde entwickelt.1312 wird Fürstenhagen erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde des Klosters Weißenstein vom 13. März 1312 bezeugt Conrad von "Vorstenhagen" den Kauf von Land. Die Schreibweise des Ortsnamens änderte sich mehrmals, so hieß er 1376 "Fustinhain", 1383 "Fürstenhain",1454 "Fürstenhayn".

Die Kirche in ihrer heutigen Gestalt, mit Ausnahme des Turmoberteils, wurde 1489 im spätgotischen Stil erbaut. Sie war den Heiligen Nikolaus und Katharina geweiht. Eine Malstätte, die 1956 einen würdigen Rahmen erhielt und unterhalb der Kirche unter den Linden liegt, weist auf das bis zum Jahr 1532 gehaltene eigene Untergericht hin.

Der Stadtteil, 3 km westlich von Hessisch Lichtenau, liegt an der Bundesstraße 7 und an der lossetalbahn (Straßenbahn) Kassel-Hessisch Lichtenau und ist heute neben der Kernstadt der einwohnerstärkste mit ca. 1850 Einwohnern.

Das war nicht immer so. Jahrhundertelang war Fürstenhagen ein verhältnismäßig kleines Dorf. Erst ab 1832 lag es an einer Landesstraße, der hessisch-thüringischen oder Leipziger Straße. Einen kleinen Aufschwung brachte auch die 1879 entstandene Kassel-Waldkappeler Eisenbahn. (CWE)

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurden die drei großen Gebäude der Lenoirschen Stiftung am Ortsausgang nach Hessisch Lichtenau als Waisenhaus errichtet.

Von 1950 bis Juli 1983 waren das Auguste-Förster-Haus, das Kinderheim der Stadt Kassel, sowie die Elisabeth-Knipping-Schule (Fachschule für Sozialpädagogik) dort untergebracht. Neben den Gebäuden befindet sich das Mausoleum der Brüder Lenoir. Die Gebäude befinden sich heute in Privatbesitz.

Die Einwohnerschaft nahm besonders vor und während des Krieges von 1939 bis 1945 und danach durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen stark zu. Die Gemeinde hat in den Nachkriegsjahrzehnten großartige Leistungen auf allen Gebieten vollbracht, von denen nur einige genannt werden können.

Der Wohnungsbau wurde außerordentlich gefördert, um der Wohnungsnot Herr zu werden. 1947 wurde das Krankenhaus von Dr. med. Ernst Froelich und seiner Frau gegründet. Rechtsträger war zunächst die Innere Mission und seit dem 1. Januar 1954 der "Krankenhausverein e. V. Hessisch Lichtenau". Heute befindet sich in den Häusern ein Pflegeheim unter der Leitung von Lichtenau e.V.

Das neue Schulgebäude wurde in mehreren Bauabschnitten von 1949 bis 1952 errichtet. Die Evangelische Kirchengemeinde war bis 1951 ein Vikariat der Pfarrei Hessisch Lichtenau und wurde in 1986 selbständige Pfarrei. Sie verfügt seit 1980 über ein neues Gemeindehaus.

Der Gemeinde wurde am 10. Juli 1958 die Genehmigung zur Führung eines Wappens und am 11. Mai 1960 zur Führung einer Flagge erteilt.

Anläßlich der 650-Jahr-Feier konnte am 29. Juli 1962 die Mehrzweckhalle ihrer Bestimmung übergeben werden. Tags zuvor war die Verschwisterung mit Schlierbach/ Österreich erfolgt.

Im Rahmen des Lossetalfestes, das zu den ständigen Einrichtungen des Stadtteils gezählt werden kann, wurde am 2. Juli 1966 die Ringverschwisterung zwischen Orgelet (Frankreich), Schlierbach (Österreich) und Fürstenhagen feierlich vollzogen. Die Verleihung der Europa-Ehrenfahne erfolgte 1979. Der Forellenfänger-Kindergarten wurde 1972 neben der "Schule am Fischbach", Mehrzweckhalle und Sportplatz errichtet. Im Juni 2012 feierte der Ort die Ersterwähnung vor 700 Jahren und Verschwisterung "50 Jahre Fürstenhagen - Schlierbach"

 

-Persönlichkeiten-

Richard AssmannRichard Assmann wurde am 27. Nov. 1887 in Troppau/ Sudetenland geboren. Nach Schulbesuch legte er 1906 an der k.u.k. Kunstakademie in Wien die Aufnahmeprüfung ab. Schon früh erkannte man sein Talent und wurde mit der Goldenen Füger- Medaille für eine am saubersten ausgeführte Perspektivkonstruktion ausgezeichnet.

Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland fand er mit seiner Ehefrau Margit (seine erste Gattin verstarb sehr früh) eine neue Heimat in Fürstenhagen, in der Siedlung.

Neben Porträtzeichnungen und Auftragszeichnungen für große Jägerzeitungen verdiente er seinen Unterhalt als Kunstmaler und Grafiker.

Doch schnell war Richard Assmann als Maler und Grafiker gefragt, unzähliger Werke entstanden in seinem Atelier, u.a. Bilder mit den Motiven aus dem Sudetenland, Fürstenhagen, Hessisch Lichtenau und aus dem Raum Witzenhausen und Kassel.
Ein Gemälde mit einer Szene aus dem Sudetenland befindet sich heute in einer Galerie in New York.
Am 1.6.1965 starb Richard Assmann in Fürstenhagen, seine letzte Ruhe fand er auf dem Westfriedhof in München.
Anlässlich seines 30. Todestages (1995) fand in der Fürstenhagener Mehrzweckhalle eine beachtenswerte „ Richard Assmann Gemäldeausstellung" statt.

Eine Straße in Fürstenhagen erinnert heute an den großen Maler und Grafiker.

 

 

Johannes Kregelius - Zum KrawallerJohannes Kregelius- der Schalkswirt von Fürstenhagen Johannes Kregelius erblickte am 8. Febr.1826 das Licht der Welt in Oelshausen, im früheren Kreis Wolfhagen. 1862 kaufte er das landwirtschaftliche Anwesen an der Leipziger Straße in Fürstenhagen und baute dies zu einem großen landwirtschaftlichen Betrieb und Gaststätte aus. Schon bald war die Gastwirtschaft „ Zum Krawaller" in Hessen in aller Munde und man sagte: „In Fürstenhagen gewesen und den Krawaller nicht gesehen oder gehört, das ist, wie in Berlin den Kaiser verpasst". Am 30. März 1913 verstarb J. Kregelius, seine letzte Ruhe fand er neben seiner Frau auf dem Fürstenhagener Friedhof. Die Grabstätte ist heute noch vorhanden. Bis 1970 war die Gaststätte in Familienbesitz, heute befindet sich an dieser Stelle eine Ärztehaus. Eine Gedenktafel an der Hausfront erinnert an den „ Krawaller". Der Carneval Club Fürstenhagen (CCF) verleiht jährlich, als Erinnerung an den Schalkswirt, den Schelmenorden an Persönlichkeiten des Ortes oder an Freunde des Karnevals. Viele Anekdoten ranken sich noch heute um den Krawaller, z.B. „ Der Krawaller als Schulrat", „ Der Krawaller als Pfarrer", „Der Krawaller und die Jäger". In der Fürstenhagener Festschrift, herausgegeben im Jahr 1962, sind einige Anekdoten zu finden.

 

 

Hausen

Hausen

Hausen wurden schon zu Zeiten des ehemaligen Kurhessens und wird heute noch als das höchstgelegene Dorf im Werra-Meißner-Kreis bezeichnet.

Seine Lage: 503 m über NN am Nordwesthang des Meißners.

Nachweisbar ist der Ort bereits im Jahr 1300 unter dem Namen "Husin". Ein Adelsgeschlecht nennt sich um 1400 nach ihm.

Die kleine Dorfkirche, deren Entstehung dem 14. Jahrhundert zuzurechnen ist, ist ein Kleinod. Bei einer Renovierung 1960 wurden gotische Malereien aus der Zeit um 1400 freigelegt. Das Kirchenschiff wurde 1769 erneuert. Ein Taufstein trägt die Jahreszahl 1566.

Immer war Hausen eine Filialkirche und wurde von Pfarrern eines anderen Orts betreut. Bis 1756 gehörte es zum Kirchspiel Laudenbach, wurde dann gegen Grubenhausen an Velmeden ausgetauscht, wozu es heute noch gehört.

Hausen liegt mit seiner ganzen Gemarkung von 8,40 qkm im Naturpark Meißner-KaufungerWald.

Unter besonderem Naturschutz steht die Hausener Hute, eine Bergwiese mit besonderen Pflanzen. Die "Kitzkammer", eine Grotte aus waagrecht liegenden Basaltsäulen am Fußweg zum Viehhaus, ist ein weiteres Naturdenkmal.

 

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Flyer Dorfgemeinschaftshaus

Hollstein

Hollstein

Mit 145 Einwohnern ist Hollstein das kleinste Dorf und ist es immer gewesen.

Ist über die B 7 - Abfahrt zwischen Walburg und Küchen - oder die Landesstraße von Hessisch Lichtenau über Hopfelde zu erreichen.

1195 bestätigte Papst Cölestin ll. dem Kloster Germerode seinen Besitz, darunter in "Holstein". Das Dorf war Sitz des Geschlechts von Holstein (Holensteyn, Hoinstein), das 1322 seine Güter an Landgraf Otto verkaufte. Sie wurden Bürger von Lichtenau.

Die Kirche stammt aus dem Jahr 1798, der Kirchturm wurde 1957 erneuert.

An den Gerichtsplatz an der alten Linde erinnert ein an einer Kette befestigtes konisches Halseisen. Noch im Jahr 1454 bestand im Dorf ein eigenes Untergericht, das vom Schultheißen in Lichtenau und drei bis vier Stadtschöffen gehegt wurde.

Mit 145 Einwohnern ist Hollstein das kleinste Dorf und ist es immer gewesen. Im Jahr 1539 zählte es nur 8 Mann und Feuerstätten, im Jahr 1575 waren es 45 und im Jahr 1659 aber nur 16 (nach dem Dreißigjährigen Krieg). 1895 hatte Hollstein 136 Einwohner und bei der Volkszählung in 1970 waren es 140.

Die Häuser sind zu beiden Seiten der eingefaßten Hollsteine angeordnet und erst in letzter Zeit hat sich ein Neubaugebiet zum Metzberg hin entwickelt.

Die "Hollensteine", zwei Zechstein-Dolomit-Felsen am südlichen Ausgang des Dorfes, und die "Höllensteine", ein Zechsteinhügel mit Trockenrasen, sind Naturdenkmale im Ort.

Die Bewohner haben viel getan, um das Dorfbild zu verschönern.

 

Hopfelde

Hopfelde

Hopfelder Leinen war fast überall bekannt

Der Ort ist seit 1383 nachweisbar als "Hubfelde" in den Rechnungen des Amtes Reichenbach.1409 hieß es "Hupfelde"

Mit dem Bau der kleinen, sehenswerten Dorfkirche wurde 1510 begonnen, vollendet werden konnte sie erst 1592 dank einer beachtlichen Beihilfe des Landgrafen. Sie gehört seit jeher zum Kirchspiel Reichenbach.

Im Jahr 1579 zählte das Dorf 18 Mann und Feuerstätten, 1639 sechs und 1650 nur noch vier (Auswirkung des 30jährigen Krieges).1679 waren wieder 17 Feuerstätten vorhanden. Die Einwohnerzahl stieg 1750 auf 80. Nach der Volkszahlung 1970 waren es 334 und heute 326.

Hopfelde war früher vorwiegend ein Bauerndorf mit Tagelöhnern. Der Ackerbau war schwer, so daß überwiegend Weidewirtschaft und Viehzucht betrieben wurden. Daneben war der Flachsanbau von Bedeutung. Der Flachs wurde durch Leineweber - das waren die Bauern - (1724 44 Leineweber) im Dorf selbst verarbeitet. Hopfelder Leinen war bekannt in Niedersachsen und im Ringgau.

Später fanden die Einwohner in Lichtenau in einer Schwerweberei (1907) und in der 1912 eröffneten Braunkohlezeche Glimmerode Arbeit, die jedoch in den Jahren 1966/ 1968 die Förderung einstellte.

Die Gemarkungsfläche umfaßt 525 ha. Als Nutzfläche sind 40 ha durch den Braunkohlentagebau und 200 ha durch den Truppenübungsplatz der nahen Garnison nicht mehr zu bewirtschaften.

Die strukturelle Wandlung brachte es mit sich, daß neue Baugelände erschlossen werden mußte. Das Neubaugebiet "Blaues Wunder" entstand, in dem sich die im Jahr 1975 eingeweihte Mehrzweckhalle, eine Stätte kultureller, sportlicher und geselliger Veranstaltungen, befindet.

 

Quentel

Die alte Ortschaft wird 1321 als "Quentayl" und 1322 "Quental" urkundlich erwähnt.

Die Gründung erfolgte vermutlich viel früher durch adlige Herren.

Im 16. Jahrhundert gehörte die Hälfte des Ortes dem Landgrafen und die andere Hälfte denen von Berlepsch.

Das Baujahr der Kirche ist im Sockel eingehauen: 1817. Von der ersten Kirche ist nichts überliefert bis auf einen Hinweis. Im Jahr 1639 wird das Dach als baufällig bezeichnet. Das Fundament der alten Kirche ist wahrscheinlich beim Wiederaufbau beibehalten worden. Der erste Pfarrer wird jedenfalls im Jahr 1354 erwähnt.

Vom Wachstum des Ortes geben die Einwohnerzahlen Kunde. 1539 gab es 36 Haushaltungen. Im 30jährigen Krieg hatten die Bewohner sehr zu leiden. 1626 wurde Quentel bis auf zwei Häuser eingeäschert. 1637 brachen mehrmals die Schrecken des Krieges über die Einwohner herein. 11 Jahre nach Friedensschluß, also 1659, waren immer noch 11 Hofreiten unbebaut. 1680 wurden 157 Einwohner in 30 Familien gezählt. 1850 waren es 450, 1895 393, 1960 570, 1970 (Volkszählung) 550 und am 1. Januar 1981 617.

Quentel liegt 335 m hoch am oberen Tal der Mülmisch. Die Schule aus dem Jahr 1913 ist heute Dorfgemeinschaftshaus.

 

Küchen

Küchen

Küchen soll um 1300 entstanden sein.

1363 verkaufen die Herren von Cappel das halbe Dorf an die Herren von Hundelshausen und weiter ein Viertel des Dorfes und des Gerichts "Kuchen" an die von Schlutwinsdorf, die es 1383 an die Landgrafen weiterverkaufen. Seit 1480 bis zur Reformationszeit ist Besitz des Klosters Germerode in Küchen nachzuweisen.

Küchen war, was die Kirche betrat schon 1588 wie jetzt Filiale von Harmuthsachsen. Die klassizistische Saalkirche wurde 1827/28 erbaut.

Der Ort hatte 1585 nur 31 und 1747 35 Haushaltungen. Aus der Katastervorbeschreibung des Jahres 1780 geht hervor, daß der Ort 155 Einwohner hatte. 1895 waren es 261, Anfang 1960 317, Volkszählung 1970 290 und am 1. Januar 1981276.

Küchen liegt am Fuße des Meißners an der Mündung der von Hausen kommenden Steinbachs in die Wehre und an der Bundesstraße 7. Im Zuge des Ausbaues dieser Straße wurde in den achtziger Jahren eine Ortsumgehung geschaffen. Die Zufahrt zum Ort erfolgt nunmehr über eine Brücke, über die man auch durch das landschaftlich schöne Steinbachtal Hausen und den Meißner erreicht. Durch die Verlegung der Straße an den Ortsrand ist Ruhe in den Ort eingekehrt. Bundesbahnstrecke Kassel-Waldkappel (Bahnbus).

 

 

Reichenbach

Reichenbach

Das Dorf Reichenbach ist eine alte Siedlung, deren Gründung aller Wahrscheinlichkeit nach ins 9. oder 10. Jahrhundert fällt.

Die Entstehung und Ableitung des Namens ist ungewiß. Es lassen sich aber in alten Urkunden und Schriften die Schreibweisen verfolgen: 1089 Richenbach, 1150 Richinbach,1209 Richebach,1436 Rychenbach,1553 Reichenbach.

Nach der 2 km nordwestlich des Dorfes liegenden Burg Reichenbach nannten sich 1089 bis 1272 die Grafen von Reichenbach. Die Burg kam 1225/33 an die Landgrafen von Thüringen und 1264 an die von Hessen. Der Verfall setzte Ende des 15. Jahrhunderts ein. Heute steht noch der Burgfried, der in den letzten Jahren renoviert und am 22. Juni 1980 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Das Dorf hatte bereits 1207 eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche, der ein von den Grafen von Reichenbach gegründetes Nonnenkloster angeschlossen war, das sich bald wieder auflöste.

Die Kirche wurde 1207/11 dem Deutschen Orden geschenkt. Damit wurde Reichenbach zur ältesten Niederlassung des Ordens in Deutschland und blieb im Besitz bis zur Auflösung des Ordens im Jahr 1809.

Bei Ausgrabungen in den Jahren 1973/74 durch das Christlich-archäologische Seminar der Universität Marburg wurden Vorgängerkirchen entdeckt, die bis ins 9. Jahrhundert zurück reichen. Dem Burgverein Reichenbach ist es zu verdanken, daß die Ausgrabungsstätte gesichert wurde.

Die Bedeutung des Ortes wird dadurch deutlich, daß Reichenbach mehrere Jahrhunderte Sitz eines hessischen Amtes war. Erst um 1490 erfolgte die Verlegung des Amtssitzes nach Lichtenau.

1539 hatte Reichenbach 28, 1575 38 und 1658 27 Haushaltungen. 1895 betrug die Einwohnerzahl 359, 1959 328.

Erwähnenswert ist noch das Naturdenkmal "Große Steine", der größte Dolomitfelsen in Nordhessen. In der Nähe befindet sich das Kreisjugendlager.

Neben dem Meißner ist Reichenbach ein beliebtes Wanderziel wegen seiner Anziehungspunkte: Schloßberg mit Bergfried, Klosterkirche mit den sichtbaren Grundmauern der Vorgängerkirchen und die "Großen Steine".