Die heutigen Grenzen des Stadtgebietes entstanden im Zuge der Gebietsreform der frühen 1970er Jahre, während der die umliegenden Gemeinden der Stadt Hessisch Lichtenau angegliedert wurden, so dass Hessisch Lichtenau heute aus insgesamt 14 Stadtteilen besteht. Neben der Kernstadt selbst sind dies die 12 Orte Friedrichsbrück, Fürstenhagen, Hausen, Hollstein, Hopfelde, Küchen, Quentel, Reichenbach, Retterode, Velmeden, Walburg und Wickersrode, sowie das Industriegebiet Hirschhagen.

Stadtteile

Die heutigen Grenzen des Stadtgebietes entstanden im Zuge der Gebietsreform der frühen 1970er Jahre, während der die umliegenden Gemeinden der Stadt Hessisch Lichtenau angegliedert wurden, so dass Hessisch Lichtenau heute aus insgesamt 14 Stadtteilen besteht. Neben der Kernstadt selbst sind dies die 12 Orte Friedrichsbrück, Fürstenhagen, Hausen, Hollstein, Hopfelde, Küchen, Quentel, Reichenbach, Retterode, Velmeden, Walburg und Wickersrode, sowie das Industriegebiet Hirschhagen.

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Wickersrode

Wickersrode

Wickersrode ist eine Gründung des Grafen von Bilstein mit dem bei der Familie geläufigen Vornamen Wigger.

Nach dem Ort nennt sich zwischen 1297 und 1424 eine Adelsfamilie Wickersa, Wikardesa.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts belehnt Landgraf Hermann den Hartmann v. Wickersrode mit einem Burglehen daselbst.Amt zur Hofhaltung bringen, wofür sie von anderen Dienstleistungen befreit waren. Wickersrode gehörte zum Amt Lichtenau. 1569 und 1575/85 war es nach Reichenbach eingepfarrt dessen Filiale es noch heute ist.

Eine eigene Kirche, ein schöner Fachwerkbau, besitzt die Gemeinde seit 1797.

Wickersrode, 212 Einwohner, 352 m über NN, findet man abseits großer Verkehrsstraßen in waldreicher Umgebung zwischen Eisberg und der Ruine Reichenbach und zwischen den beiden historischen Höhenstraßen "Barbarossaweg" und "Franzosenstraße".

Der Ort bietet Erholungssuchenden Ruhe und Entspannung. Dies haben die Einwohner beizeiten erkannt und vor vielen Jahren zielstrebig daran gearbeitet, den Ort für den Fremdenverkehr zu erschließen.

Beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" wurde Wickersrode 1960 Kreissieger, 1961 Bundessieger (Bronzemedaille) und 1969 Bezirkssieger beim hessischen Landeswettbewerb.

Walburg

Walburg

Am 5. April 1229 bestätigt Papst Gregor IX. dem Kloster Kaufungen neben anderen auch Besitzungen im Dorf "Waiberg", das 1289 Walberc, 1313 Waleberg und 1454 wieder Walberg geschrieben wird.

Auf dem höchsten Punkt des Dorfes erhebt sich das 1773/1774 errichtete Gotteshaus. Die Kirche Walburg wird 1425 zuerst erwähnt, ein Pfarrer jedoch schon 1313. 1741 wurde die alte Kirche, die durch ein Gewitter beschädigt worden war, ausgebessert. 1759 aber war das Gotteshaus so baufäliig geworden, daß die Glocken vom Turm geholt und der Turm abgebrochen werden mußte. Auf der gleichen Stelle wurde das neue Gotteshaus gebaut. Zum Kirchspiel gehört seit 1887 die Nachbargemeinde Rommerode. Zu den kirchlichen Einrichtungen zählt ein Gemeindehaus, das "Lutherhaus", das 1978 neu gebaut wurde und das 1930 errichtete Haus ersetzte. Vom 18. Jahrhundert bis 1879 war Walburg Sitz der Posthalterei für die Strecke Helsa - Walburg des Kassel – Leipziger Postkurses. Eng verknüpft ist die Geschichte des Ortes mit der Entwicklung der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Die Strecke Kassel - Waldkappel, 1879 fertiggestellt, führte u. a. auch über Walburg. Zum Eisenbahnknotenpunkt wurde Walburg mit Inbetriebnahme der Nebenstrecke Walburg – Großalmerode West am 1. Februar 1884, der am 15. Dezember 1915 die Eröffnung einer weiteren Nebenstrecke Walburg – Eichenberg folgte. 1575 zählte das Dorf 73 Mann, 1624 80, 1659 dagegen nur 59. Die Einwohnerzahl stieg von 509 im Jahr 1820 auf 580 in 1895, 709 in 1933, 1096 in 1950, um dann abzusinken auf 904 in 1970 und 843 am 1. Januar 1981. Die 1966 errichtete Mittelpunktschule ist seit 1974 nur noch Grundschule. Das ehemalige Schulgebäude wurde in den Jahren 1972/73 zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

Velmeden

Velmeden

Velmeden ist 775 als "Felmide" in Hersfelder Besie nachgewiesen.

Das Stift Hersfeld erhielt 1300 weitere Güter in Velmede von den Gebrüdern v. Reichenbach. Außerdem wird Velmeden 1297 in einer Abgrenzungsurkunde der Terminierbezirke der Predigerklöster Eisenach, Mühlhausen und Göttingen genannt.

1330 wird Velmeden als landgräflichen Dorf des Amtes Reichenbach an den Deutschen Ritterorden verpfändet,1354 von Lichtenau als Pfand beschlagnahmt.

Schon 1454 nimmt der Ort eine besondere Stellung als Untergericht ein.1555 werden die Velmeden Bauern gegen die aufständischen Fuldaer Bauern eingesetzt. Im 30jährigen Krieg hat Velmeden auch sehr gelitten.

1397 wird die Pfarrkirche erwähnt. 1451/52 wird die Filialkirche zu Velmeden von der Pfarrkirche in Laudenbach getrennt und selbständige Pfarrei, zu der Hausen als Filiale gehört.

Umfangreiche Renovierungsarbeiten an der Kirche konnten im Jahr 1972 abgeschlossen werden.

Nach dem Salbuch zu Lichtenau zählte Velmeden 1539 36, 1575 39 und nach dem 30jährigen Krieg 1659 - 24 Feuerstätten und hatte 1779 - 217, 1858 -  358, 1939 - 470, 1970 - 734 Einwohner.

Velmeden hat sich zu einem großen Dorf entwickelt, vor allem in den vergangenen drei Jahrzehnten, in denen fast 100 Häuser "Über den Höfen", an der Straße nach Hausen, und im neuen Siedlungsgebiet "lm Kringelfeld" gebaut worden sind. zum Vergleich ein paar Zahlen: 1858 waren es 59, 1914 - 70, 1939 - 100 und 1973 - 185 Häuser.

Die Ortschaft liegt an der Landesstraße L 3238 im Tal der Gelster. Sie ist eine typische Wohngemeinde, deren Einwohner in der näheren und weiteren Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Durch das Dorf führt eine von vielen Straßen zum Meißner und zum Naturpark, die gern benutz wird.

 

Reichenbach

Reichenbach

Das Dorf Reichenbach ist eine alte Siedlung, deren Gründung aller Wahrscheinlichkeit nach ins 9. oder 10. Jahrhundert fällt.

Die Entstehung und Ableitung des Namens ist ungewiß. Es lassen sich aber in alten Urkunden und Schriften die Schreibweisen verfolgen: 1089 Richenbach, 1150 Richinbach,1209 Richebach,1436 Rychenbach,1553 Reichenbach.

Nach der 2 km nordwestlich des Dorfes liegenden Burg Reichenbach nannten sich 1089 bis 1272 die Grafen von Reichenbach. Die Burg kam 1225/33 an die Landgrafen von Thüringen und 1264 an die von Hessen. Der Verfall setzte Ende des 15. Jahrhunderts ein. Heute steht noch der Burgfried, der in den letzten Jahren renoviert und am 22. Juni 1980 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Das Dorf hatte bereits 1207 eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche, der ein von den Grafen von Reichenbach gegründetes Nonnenkloster angeschlossen war, das sich bald wieder auflöste.

Die Kirche wurde 1207/11 dem Deutschen Orden geschenkt. Damit wurde Reichenbach zur ältesten Niederlassung des Ordens in Deutschland und blieb im Besitz bis zur Auflösung des Ordens im Jahr 1809.

Bei Ausgrabungen in den Jahren 1973/74 durch das Christlich-archäologische Seminar der Universität Marburg wurden Vorgängerkirchen entdeckt, die bis ins 9. Jahrhundert zurück reichen. Dem Burgverein Reichenbach ist es zu verdanken, daß die Ausgrabungsstätte gesichert wurde.

Die Bedeutung des Ortes wird dadurch deutlich, daß Reichenbach mehrere Jahrhunderte Sitz eines hessischen Amtes war. Erst um 1490 erfolgte die Verlegung des Amtssitzes nach Lichtenau.

1539 hatte Reichenbach 28, 1575 38 und 1658 27 Haushaltungen. 1895 betrug die Einwohnerzahl 359, 1959 328.

Erwähnenswert ist noch das Naturdenkmal "Große Steine", der größte Dolomitfelsen in Nordhessen. In der Nähe befindet sich das Kreisjugendlager.

Neben dem Meißner ist Reichenbach ein beliebtes Wanderziel wegen seiner Anziehungspunkte: Schloßberg mit Bergfried, Klosterkirche mit den sichtbaren Grundmauern der Vorgängerkirchen und die "Großen Steine".

 

Retterode

Retterode

Retterode war einst Sitz eines nach ihm benannten Adelsgeschlechts.

1289 wird Konrad v. Retrode und noch einmal 1294 Konrad v. Retherode mit seinem Sohn Heinz genannt. Der Ort wird schon 1209 erwähnt. Nach den freien Rittern von Retterode, die bis 1390 Burgmannen von Lichtenau waren hatte Ende des 14. Jahrhunderts der Ritter Heinrich Beye; das Dorf Retterode als hessisches Lehen inne.

1466 belehnte Landgraf Ludwig die von Meysenbug mit Dorf und Gericht Retterode, die es als solches bis 1811 besaßen. Die umfangreichen Ländereien wurden danach aufgeteilt.

Das Schloß der Meisenbug, 1582 erbaut, ist 1913 abgebrannt. Von der alten Burg der Herren von Retterode zeugten heute nur noch die alte Wehrmauer - wohl 15. Jahrhundert - mit noch erkennbaren Schießscharten rund um das Gotteshaus und der trotzige, burgähnliche Turm aus dem Jahr 1453.

Der Besitz der Meisenbug nahm fast die gesamte Flur von Retterode ein. Freie Bauern wird es kaum gegeben haben. 1585 zählte der Ort 20 Haushaltungen. 1965 waren rund 540.

Die Gemarkungsfläche beträgt 6,57 qkm.

 

Quentel

Die alte Ortschaft wird 1321 als "Quentayl" und 1322 "Quental" urkundlich erwähnt.

Die Gründung erfolgte vermutlich viel früher durch adlige Herren.

Im 16. Jahrhundert gehörte die Hälfte des Ortes dem Landgrafen und die andere Hälfte denen von Berlepsch.

Das Baujahr der Kirche ist im Sockel eingehauen: 1817. Von der ersten Kirche ist nichts überliefert bis auf einen Hinweis. Im Jahr 1639 wird das Dach als baufällig bezeichnet. Das Fundament der alten Kirche ist wahrscheinlich beim Wiederaufbau beibehalten worden. Der erste Pfarrer wird jedenfalls im Jahr 1354 erwähnt.

Vom Wachstum des Ortes geben die Einwohnerzahlen Kunde. 1539 gab es 36 Haushaltungen. Im 30jährigen Krieg hatten die Bewohner sehr zu leiden. 1626 wurde Quentel bis auf zwei Häuser eingeäschert. 1637 brachen mehrmals die Schrecken des Krieges über die Einwohner herein. 11 Jahre nach Friedensschluß, also 1659, waren immer noch 11 Hofreiten unbebaut. 1680 wurden 157 Einwohner in 30 Familien gezählt. 1850 waren es 450, 1895 393, 1960 570, 1970 (Volkszählung) 550 und am 1. Januar 1981 617.

Quentel liegt 335 m hoch am oberen Tal der Mülmisch. Die Schule aus dem Jahr 1913 ist heute Dorfgemeinschaftshaus.