Friedrichsbrück
  • Friedrichsbrück liegt auf einer Hochfläche eingebettet von den Bergen des Hohen Meißners und vom Kaufunger Wald
  • Der Ort wurde im Jahre 1777 von Landgraf Friedrich II. gegründet
  • Zusammen mit einer nahegelegenen Brücke war er der Namensgeber für Friedrichsbrück
  • Zehn Kolonisten-Familien aus dem Lahntal waren die ersten Bewohner des Ortes
  • Im Jahre 1955 konnten die Friedrichsbrücker ihre eigene Kirche einweihen und im Jahre 1966 wurde das Dorfgemeinschaftshaus errichtet

Dort wo der Hirschberg wie ein verbindender Knoten die Berge des Meißners und die Hochflächen der Lichtenauer Feldmark mit der südlichen Seite des Kaufunger Waldes gleichsam verknüpft, liegt heute das Dorf Friedrichsbrück.

Im Gegensatz zu manchen sehr viel älteren Siedlungen dieser Region versinkt die Entstehungsgeschichte unseres Dorfes nicht im geschichtlichen Dunkel, sondern ist urkundlich genau beschrieben und datiert. Seine Gründung verdankt die Kolonie eindeutig der Stadt Lichtenau und dabei wiederum besonders der Tatsache, dass Lichtenau zu jener Zeit über eine etwa 4.000 Äcker große Feldmarkung verfügte, die sie wegen der weitflächigen Ausdehnung niemals sorgfältig genug bewirtschaften konnte. Um die großen ungenutzten Trieschflächen bestellen zu können, unterbreitete der damalige Stadtarchivar Finkh der landgräflichen Regierung in Kassel den Vorschlag, die Brachländereien um das „Alte Feld“ als Zubehör der Stadt für eine Siedlung anzutreten.

Landgraf Friedrich II., als Gründer vieler hessischer Kolonien, gab mit der nachstehenden Gründungsurkunde, datiert vom 16. Mai 1777, seine Zustimmung und verfügte somit den Geburtstag der Kolonie Friedrichsbrück. Bald darauf traten zehn Kolonisten-Familien mit zehn Söhnen und sechzehn Töchtern aus dem Lahntal (Gießen-Weilburg) in die Stadt Lichtenau ein. Für die Zeit, die zur Errichtung der 10 neuen Häuser nötig war, nahm die Stadt Lichtenau die Siedler freundlich aus und bot ihnen auch zum großen Teil den notwendigen Lebensunterhalt.

Im Sommer 1777 begann der Bau der 10 Wohnhäuser, die jeweils 70 Fuß Abstand voneinander erhielten. Für die Bauart der Häuser, die der sächsischen ähnelt und Wohnraum samt Stall und Scheune unter einem Dach birgt, war die Höhenlage des Ortes maßgebend. Bei der Taufe der Kolonie stand Friedrich II. Pate, aus dessen Namen in Verbindung mit einer naheliegenden Brücke unser Friedrichsbrück wurde.

Ein Forsthaus, damals wie heute noch am Waldesrand gelegen, wurde in den Jahren 1885-86 erbaut. Heute ist es in privatem Besitz. Im Jahre 1881 konnte die Gemeinde durch die Bewilligung von ca. 9.000 Mark durch die „Gräfin von Bosesche-Stiftung“ ein eigenes Schulhaus errichten. Dort fand bis zum Jahre 1964 Unterricht statt. Das Haus ist seitdem in privatem Besitz.

Einen eigenen Friedhof hat Friedrichsbrück erst seit dem Jahre 1881. Zum 1. Advent 1955 konnten die Friedrichsbrücker ihre Kirche feierlich einweihen.

Am 8. Oktober 1949 versammelten sich 23 Männer der Gemeinde, um eine Freiwillige Feuerwehr aus der Taufe zu heben; diese besteht bis zum heutigen Tag.

Im Jahre 1966 wurde für 240.000,- DM ein Dorfgemeinschaftshaus errichtet, das auch heute noch besteht.