Energie aus Hirschhagen
Auf den ersten Blick unscheinbar, auf den zweiten hochinteressant und überraschend: Die Unternehmenslandschaft in Hessisch Lichtenau zeigt ihre Vielfalt manchmal erst bei genauerem Hinsehen – so auch beim Besuch des Holzpelletwerks der HGS Holzhandel GmbH in Hirschhagen. Bürgermeister Dirk Oetzel und Ingo Krause als Mitarbeiter der Stadtverwaltung (Stab Steuerungsunterstützung) informierten sich vor Ort über die Pelletproduktion – passend begleitet von eisig kalten Temperaturen.
Durch den Betrieb führte Werksleiter Thorsten Sörgel, der mit großer Leidenschaft und Fachkenntnis den gesamten Produktionsprozess erläuterte. Dieser beginnt beim Anliefern des Stammholzes und endet beim fertigen Holzpellet – einem klimafreundlichen Energieträger, der hier direkt in Hessisch Lichtenau hergestellt wird: Holzpellets made in Heli.
Verwendet wird dabei kein wertvolles Holz, das für Möbel oder den klassischen Holzbau geeignet wäre. Zum Einsatz kommt ausschließlich sogenanntes Schadholz, etwa Borkenkäfer- oder stark getrocknetes Holz, das aus den Wäldern entnommen werden muss und anderweitig kaum nutzbar ist. So wird ein Rohstoff sinnvoll verwertet, der sonst keine hochwertige Verwendung mehr finden würde.
Der Produktionsablauf ist technisch anspruchsvoll, aber leicht erklärt: Die Stämme werden zunächst entrindet und gehäckselt, anschließend getrocknet, fein gemahlen und schließlich unter hohem Druck zu Pellets gepresst. Um die gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen, verfügt der Betrieb über ein eigenes Labor, in dem die Pellets regelmäßig geprüft werden. Der eigene Anspruch ist hoch – und die Ziele des Betriebes sind es ebenfalls: Der Betrieb plant perspektivisch eine Produktion von bis zu 80 Tsd. Tonnen Pellets pro Jahr sowie weiterhin kontinuierliche Qualitätsverbesserungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Sicherheit. Der gesamte Produktionsprozess ist mit Sensoren ausgestattet, die mögliche Hitzeentwicklungen frühzeitig erkennen. Im Ernstfall werden betroffene Anlagenteile automatisch mit Wasser geflutet, um Brände zu verhindern und den sicheren Betrieb jederzeit zu gewährleisten.
Nachhaltigkeit spielt auch bei der Energieversorgung des Werks eine wichtige Rolle: Rindenreste und Staub aus dem Produktionsprozess werden weiterverwendet, Photovoltaikanlagen auf dem Hallendach liefern einen Teil des benötigten Stroms.
Bei der Besichtigung war auch Produktmanager Sascha Viel der Raiffeisen Waren GmbH anwesend, die den Vertrieb der Pellets übernimmt. Die Nachfrage nach Holzpellets ist ganzjährig hoch, da sie nicht nur zum Heizen, sondern auch zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden.
Der Unternehmensbesuch machte deutlich, welches Potenzial in der lokalen Wirtschaft steckt: Hessisch Lichtenau verfügt über eine facettenreiche Unternehmenslandschaft, die mit Innovationskraft, Nachhaltigkeit und Engagement überzeugt – oft dort, wo man es auf den ersten Blick nicht vermutet.
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